Kriminapolis IV. – Das Portal zur Erleuchtung

Der abschliesenden Teil des Krimis.

Umsturzversuch vereitelt

In der Nacht spitzten sich die Ereignisse um den Tod des Studenten Johann Valentin Borsle dramatisch zu.

Unserer Zeitung wurde Bildmaterial, das offensichtlich von einem Fotohandy stammt, zugespielt. Die Bilder zeigen Ausschnitte des Jerg-Ratgeb-Altars, der sich ursprünglich bis1891 in der Herrenberger Stiftskirche befand. Auf den Bildern sind eindeutig Elemente des Wappens des Staates Andreapolis zu erkennen, beispielsweise Flügel auf der Außenseite des Altars.

Bisher verfolgte die Ermittlungskommission unter Amalarius Parzivalinger lediglich die Spur der gekreuzten Rosen. Nun jedoch legten schockierende neue Erkenntnisse zum mysteriösen Tod von Johann Valentin Borsle umstürzlerische Tendenzen im Staate Andreapolis offen. In der vergangenen Nacht wurde nach Angaben von Parzivalinger den Verdächtigen eine Falle gestellt. Bereits seit Längerem wurde im Gipskeuper unter der Stiftskirche ein Geheimgang vermutet. Die Sonderkommission um Parzivalinger hat darum in der gestrigen Nacht gegen 23.30 Uhr Einsatzkräfte um den verdächtigen Bauwagen an der Staatsgrenze und im Chorgestühl der Stiftskirche zusammengezogen. Als sich gegen 24 Uhr die Grabplatte im Chor der Stiftskirche anhob, erfolgte der Zugriff. Obwohl die mit Masken bewehrten Verdächtigen versuchten, sich in der Dunkelheit hinter den Säulen und dem Chorgestühl zu verbergen, gelang es Parzivalinger und seiner Crew sie dingfest zu machen.

In den folgenden Vernehmungen stellte sich heraus, dass eine konspirative Gruppe von Lehrern des ehemaligen AGH den Sturz des Präsidenten Christian Kretschmer und der Regierung unter Premierminister Philipp Hörlezeder plante. Bei der Durchsuchung des Lehrerzimmers wurde nicht nur die goldene Ausgabe Johann Valentin Andreaes „Christianopolis“ sichergestellt, sondern auch Flugblätter subversiven Inhalts. Die Gruppe um Tabernarius M., Creatia X. und Effodius J. hatte den Umsturz für diesen Freitag geplant. Auch sind Verbindungen zu den Parlamentsabgeordneten Caupo Y. und Pascua Z. nicht ausgeschlossen. Nur das entschlossene Vorgehen Parzivalingers hat den Staatsstreich verhindert. Der anfängliche Verdacht, bei der Glöcknerin Agathonike Rosenkreuz könne es sich um jene „hochgelobte Frau“ handeln, die in dem bei dem Toten gefundenen Textfragment erwähnt wurde, erhärtete sich allerdings nicht. Hierbei, so Parzivalinger im Interview mit unserer Zeitung, handele es sich schlicht um eine Allegorie der Weisheit. Auch der Mord an dem Studenten Johann Valentin Borsle hatte mit den revolutionären Umtrieben nichts zu tun, sondern erwies sich aktuellen Untersuchungen zu Folge, als tragischer Unfall. Allerdings können, so Parzivalinger, Verbindungen zur Lehrerclique, die bewusst falsche Fährten legten, noch nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Die Untersuchungen der brutalen Ermordung des Häsle Artus, das möglicherweise Zeuge eines Verbrechens wurde,  dauern an.

Die verdächtigen Lehrer gaben im Verhör an, den Machtverlust im Staate Andreapolis nicht hinnehmen zu können. Ihren Widerstand rechtfertigten sie mit einem Zitat aus der genannten Schrift Andreaes: „Die Erzieher entstammen nicht dem Bodensatz der Gesellschaft, oder taugen zu nichts anderem, sondern sind besonders auserlesene Bürger, die eine angesehene Stellung im Staat haben und auch häufig zu den höchsten Ämtern gelangen.“ Die Verdächtigen werden nun entsprechend den Gesetzen des Staates Andreapolis ihrer gerechten Strafe zugeführt. Tristan Lenz

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